Ohne heilig


Ohne heilig brennt die Kerze neben dem Buddha
flackert,
wie es ihr gefällt.
Verlischt.

Ohne heilig schläft mein Fuß ein.

Ohne heilig atme ich;
ein und aus,
mit den Gräsern und Büschen,
die tun das sowieso.

Wo ist der Raum ohne heilig,
der sowas von heilig ist?

Pünktlich sagt die Uhr dazu: Reicht für heute, such morgen weiter.
Na gut.

Läuse, diese Läuse…


Kaum wagt es eine Laus
über meine Leber zu laufen,
vergesse ich all meine mühsame ermeditierte Contenance
und will sie einfach nicht, die Laus.

Nicht die Laus;
nicht auf meiner ganz persönlichen Leber
(soll sie doch woanders krabbeln)
und nicht so.
Und jetzt, gerade jetzt, schon gar nicht.

Beim näheren Hinsehen stelle ich fest:
es ist keine Laus, sondern nur ein Gedanken-Furz.
Ach so.

Sangha…?


Im Zen haben Dinge Namen, manchmal aus ziemlich alten Sprachen. Sanskrit ist so eine, altindisch, viele tausend Jahre alt, alles lange her – und doch beständig. Ziemlich besonders im Zen, meinem spirituellen Heimathafen, ist, dass Dinge immer nur das sind was sie sind, egal wie alt, egal aus welcher Sprache.

Zen ist buddhistisch, also gibt es Zen-Worte, die auch da gelten, wo kein Zen, sondern anderes geübt wird.

Eins davon ist das Wort Sangha – es heißt Gemeinschaft. Im Buddhismus. Die Sangha, also die Gemeinschaft derjenigen, die gemeinsam üben, weniger durcheinander in Kopf und Herz zu sein, gehört zu den drei Juwelen oder Kostbarkeiten, den Ur-Schätzen des Buddhismus überhaupt.

Neben ihr, der Sangha, gibt es noch den Buddha – der saß vor vielen Jahren so lange unter einem Baum, dem Bodhi-Baum, bis er erwachte – und das hieß: er sah, was er sah. Nur das, keine Stories drumherum um das, was er sah.

Er sah also Himmel, weil er darunter saß, und dachte nicht: schön blau heute,  hoffentlich ist es morgen wieder so.

Er saß unter einem Baum und dachte nicht: schön schattig, nur schade, dass es so hart ist unter meinem Po.

Weil damit alle unnützen Begehrlichkeiten und Beklagungen abfielen und er der erste war, der nicht nur sah, was er sah, sondern der das auch weitergab, befreit davon, das Leben widerspenstig zu finden und immer was anderes zu wollen als gerade ist, wurde er zur allerkostbarsten Kostbarkeit des Buddhismus.

Was er da erlebte, fasste er kurz und knapp zusammen, ungefähr so:

Menschen haben einen Kopf zum Denken, der ziemlich autonom und ebenso ausdauernd vor sich hin denkt; außerdem fühlen sie ziemlich viel, wenn sie ihre Sinne benutzen – was sie ja dauernd tun. Sie denken und fühlen also viel unnützes Zeug, das nichts mit dem zu tun hat, was wirklich ist – zum Glück können sie lernen, das zu lassen – dann ist alles gut.

Buddha, Dharma (die Zusammenfassung)  und Sangha sind die drei Kostbarkeiten (Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Drei_Juwelen, die Juwelen, um die es geht im Buddhismus, also auch im Zen.

Natürlich gäbe es ohne Buddha kein Zen. Ohne Dharma nichts, was wir wissen und nach dem wir uns richten könnten – aber ohne Sangha, also ohne die, die seit hunderten von Jahren immer und immer tun, was der Buddha (vielleicht) getan hat – nämlich sich bemühen, die Wirklichkeit zu erkennen und so zu nehmen, wie sie ist – also ohne die vielen Ahn*innen vor uns und vor allem ohne die, mit denen ich jetzt, hier und heute dieses Bemühen um heilsame Erkenntnis teile – also ohne die wäre von Kostbarkeit rein gar nichts zu merken…

Darüber hinaus scheint mir aber die Sangha weit weit über Zen, Buddha und was auch immer hiansu zu gehen. Auch wenn ich jetzt, hier, in diesem Leben, im Zen gelandet bin und meine Sangha-Leute auch, weiß ich genau: die Sangha, um die es wirklich geht, im weiteren Denken und Fühlen und Sein, sind alle Atmenden, sind Menschen, Tiere, Gräser, Steine – eben alle.

Zurück zum Zen:
Im Zen kommt noch das ausgiebige Sitzen auf einem Kissen zu, das heißt ZaZen – wer lange und friedlich auf diesem Kissen sitzt und aufhört zu denken, dass das aber ziemlich unbequem und langweilig ist, wacht vielleicht auf und kann einfach nur sitzen – dann sieht er oder sie, dass Buddha und er oder sie das Gleiche sind.

Und alle anderen, die mitsitzen, also die Sangha, auch. Und das hilft ungemein, wenn es gerade mal besonders langweilig, aber auch, wenn es kleine Momente des Wachseins gilt – beides kann ich in der Sangha teilen – welch ein Glück.

Das ist schon alles.

Wer mehr dazu lesen möchte, ist bei der Deutschen Buddhistischen Union gut aufgehoben: https://www.buddhismus-deutschland.de/

Zitat aus: Buddhismus – Von Anfängergeist bis Zen aus dem Theseus-Verlag:
Der Begriff wurde im 19. Jahrhundert von westlichen Missionaren und Forschern geprägt. In traditionell buddhistischen Ländern gibt es keinen adäquaten Ausdruck. Dort wird meist von dem Pfad und der Lehre des Buddha gesprochen.

Grundeinkommen Tag 8


„Wenn ich einmal reich wär‘…“, tja, was dann?

Vor einer Woche fielen mit dem Gewinn des bedingungslosen Grundeinkommens von mein-grundeinkommen.de 12.000 Euro vom Himmel, einfach so, als monatliches Geschenk für ein Jahr. Und auch wenn mensch damit nicht richtig reich ist, ist der Betrag zumindest für mich mehr als erwähnenswert und verschwindet (hoffentlich) nicht so leicht im Irgendwo-Nirgendwo.

Beim Sinnieren darüber, wie ich dieses tolle Zusatzeinkommen am besten einsetzen werde, kamen mir die absurdesten Gedanken – hier ein Ausschnitt eines typischen Gedankenkarussells:

Eigentlich habe ich es gar nicht verdient – andere könnten es viel besser brauchen; meine Not ist im Moment gar nicht groß genug…darf ich es dann behalten, oder muss ich es lieber gleich weiter verschenken? Ich könnte es ja teilen und D. vielleicht 500,- überweisen – oder lieber O.? Wenn ich das Projekt „Gesundheit-geht-gemeinsam“ gründen will, darf ich es sicher behalten und es dort investieren. Bloß…, das ist ja gleich das nächste Projekt – ich wollte doch mal Pause machen…Hmmh, eigentlich würde es mir auch sehr guttun, etwas weniger Coachings zu machen und vielleicht im Sommer mal 6 Wochen nix zu tun…Waaaas? Das wäre ja der Himmel auf Erden und dafür reichen die 1000,- ja auch gar nicht – wobei… wenn ich bedenke, dass es ja 12 Monate kommt, das Geld, dann würde das doch gehen. Nein, auf keinen Fall, wer weiß, was mit Corona noch so kommt – und wenn es mit Heilnetz dann schlechter geht, bin ich froh, wenn es endlich mal eine kleine Rücklage gibt…Gut, also 500,- als monatliche Rücklage, 100,- an D., weniger arbeiten…das reicht ja hinten und vorne nicht. Reichen vielleicht 50,- an D.? Mist, 1000,- sind eigentlich gar nicht so viel Geld, sie verändern mein Leben eigentlich gar nicht…usw.usw.usw.usw.

Themen wie Geiz und Neid streiften meine Seele, Angst vor Verlust, Sorge, etwas nicht verdient zu haben, Stress, damit jetzt was ganz besonders Tolles anfangen zu müssen – es zeigt sich: Geld, der Umgang damit und die Projektionen darauf erzählt viel über mich, dich, uns…

Neben diesen eher ungemütlichen Themen breitete sich aber auch ein wunderbar-samtenes Gefühl der Beruhigung in mir aus – wenn ich kurz innehielt und mich fragte, woher und warum und wieso es mir gerade so fein ging, erinnerte ich mich:…ach. ich habe ja das Grundeinkommen für ein ganzes Jahr gewonnen – was soll mir schon passieren?

Als Erinnerungs-Medizin werde ich Charles Eisenstein nochmal lesen (und euch unbedingt empfehlen) – Ökonomie der Verbundenheit, ein großartiges Buch, das Geld in ganz neuem Licht erscheinen lässt und zeigt, was möglich ist, wenn wir in Verbundenheit und nicht in Trennung denken und fühlen.

https://www.scorpio-verlag.de/Autor/54/CharlesEisenstein.html

Das für den Moment…am Tag 8 meines Gewinns.

Bedingungslos…


Tag 3 nachdem ich Millionärin wurde – ich habe nämlich Geld gewonnen.

Nein, keine Millionen – sondern viel viel mehr:

ein b e d i n g u n g s l o s e s Grundeinkommen für ein Jahr –
ab Juni wandern jeden Monat 1000 Euro auf mein Konto.

Stimmt, das ist keine Million, ABER das Projekt Mein-Grundeinkommen lässt Millionen liebevoller, dankbarer und ermutigender Gefühle entstehen.
Denn:
die Euro auf meinem Konto fallen nicht vom Himmel, sondern fließen von mehr als 130.000 sogenanmten Hörnchen auf die Konten derer, die gewinnen.

Deshalb bin ich jetzt noch mehr Millionärin als vorher schon.
Viele geben etwas, damit manche für eine Zeit viel haben und sich darin einrichten, nicht für ihren Lebensunterhalt arbeiten zu müssen und das tun können, wa sihnen wirklich wirklich wichtig ist

Aber dazu demnächst mehr – ich habe ja ein Jahr Zeit,
mich mit all dem fühlend, denkend, erlebend, zweifelnd, forschend und wie auch immer auseinanderzusetzen, was mir in diesem Zusammenhang wichtig zu sein scheint. Darauf freue ich mich.

Eins ist jetzt schon klar: Geld verändert NICHTS. Und ALLES.
Veränderung ist INNEN. Oder GARNICHT.

Mir scheint:
Wenn wir viele Sorgen und Zweifel haben, wird mehr Geld daran nichts ändern. Vorausgesetzt, wir sind nicht in wirklich existentieller Not um Leib und Leben – davon spreche und schreibe ich hier ausdrücklich nicht…

Chor-Gesang mittenmang


In einem Chor sind Töne sehr verschieden,

damit ein ganzer Klang

entstehen kann.

 

Da singen, ganz im Tiefen, die Bässe,

die, bei Frauen auch,

dem Ganzen Boden geben.

 

Darüber,

quasi gegenüber,

ziehen die Sopranösen

mit feinem Klang am Himmel lang.

 

Damit der Tiefe nicht zu tief und

Himmelshöhen nicht zu weit,

stehen, meist mittenmang,

die Melodien beim Gesang.

Sie geben Halt und sammeln,

was oben, unten oder nebenher,

schonmal verloren gehen kann.

 

Damit zusammen klingen kann

was ohne leicht ein Quergesang,

steht eine außenvor und mittendrin:

sie webt die Stimmen zu Gesang.

Und dann

ist Klang.

dahin. für k. (und alle)


nun. ist er hin. der allerletzte. rote atem-faden. die amsel. singt. ich sehe dich. fein. hell. auf hellen brausewolken. fast. wärest du vergnügt zu nennen. erleichtert. sicher. fast. der atemfaden. dieser allerletzte. nun. ist er. hin. wohin. die seele. fein. ins all-um-all. gewebt. fängt jetzt. erst an. sich. auszudehnen.

 

Für K. (und mich)


Der Sturm heult durch mein Herz,

fegt allen Dreck nach oben-vorn, in mich hinein.

Ich wate durch den Schmodder

dieser Welt und meines Lebens

(- ist das ein anderer?)

Horch!

War es die Meise eben,

die mir mit ihrem Lied verzieh

als ich in kahlen Ästen hing

mit meinem Zweifelsblick fest in den dunklen Wolken.

Weiß nicht

der Sturm er tobt

und währenddessen fliegt deine Seele weit weit fort und

mitten in mein Herz

zerreißt, wie oft.

Wird heilen. Wieder. Immer.

Und heute oder bald wird es dann anders wahr sein,

als wir es wünschend wollten.

Doch wussten wir.

Gute Reise


Wenn du
jetzt
von wo auch immer
entspannt zurücksiehst,
nicht mehr nach Atem ringst
und nicht nach Worten,
die sich ja lange schon vor dir versteckten;
wenn das gerade deine Zeit ist
abzuschließen;
dann sage ich:
Well done,
du großherziges Liebeslebewesen,
das mich gebar und damit
in jeder meiner Zellen immer leben wird.
Der vorerst letzte Seelenflug ins Wo-auch-Immer:
Du wirst auch da ein gern gesehener Gast,
da bin ich sicher.

 

Chorleiterinnen-Los


Eine,
die viele Stimmen sanft zusammenklingen möglich machen kann,
damit aus vielen kleinen ein echter Ein-Ton dann,
entstehen kann,
ist eine Klangumarmerin – bei uns heißt sie Susanne.

Die zu ersetzen, ist unmöglich.

Und doch, geht auch erstaunlich viel,
wenn eine,
für den Moment,
mit Mut, Humor und klarem Finger
die Stimmen-Töne-Worte-Sammlerin uns gibt.

Bei uns hieß die dann Monika.

Die Einzel-Töne fanden sich,
mal hoch und tief, auch schräg durchaus,
daraus entstand,
mit ihr und uns und allem,
ganz wohlbekannt,
ein WIR.

Die Jubilarin war entzückt.
Noch Fragen?