Gedichte


Gedichte

fallen

aus Wolken,
steigen aus Nebeln,
blitzen von Gewitterhimmeln.

Nur manchmal

flattern sie auch auf Vogelschwingen
leise leicht
aufs Blatt.

Das ist selten.
Oder
das sind aber sehr seltene Vögel.
Die leichten.

 

Salto paradoxale (für Verzagte)


Geliebt werden ?
Gib dich hin.

Gesehen werden?
Trete zurück.

Zur Ruhe kommen?
Akzeptiere Lärm.

Glück?
Sei nicht wählerisch.

Erfolg?
Tu, was du willst.

Vertrauen?
Gehe in die Dunkelheit.

Satt sein?
Faste.

Reichtum?
Verschenke deine Kostbarkeiten.

Bewegung?
Beobachte Vögel.

Bedeutsamkeit?
Gieße Blumen.

Handeln?
Räume deinen Schreibtisch auf.

Nicht zweifeln?
Vergiss es.

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Blattserie

Morgen-Schrieb


Wortgestrüpp. Gedankenfetzen.

Balken von Worten liegen kreuz und quer im Kopf herum. Beim Aufwachen mühsames Sortieren.

Wie kommen Gedanken in den Kopf und wo entstehen Worte für das Blatt?

Ohne Zwischenstopp, als würden sie direkt vom Himmel, Baum und Dach direkt in meine Feder fallen (die keine ist. Natürlich.) Schreibüberlegungen? Eher: Gescheibgespuck.

Und dann ein Blick nach draußen: Die Welt ist heute blankgeputzt, nachdem der Sturm sie nächtens durcheinanderblies. Die Zweige liegen ganz erschöpft im Gras. Welteinerlei.

Welt weg. Sturm auch.
Blatt am Boden aus Papier. Hundemaul.

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Still sein?


FundstückeStill sein, oder werden?

Inne-halten? Innen etwas halten.
Wer hält was?
Jedenfalls jede Menge Worte, innen wie außen,
drängeln, drohen, schleichen.

Außen?
Ist das ein Wer? Oder mehr ein  Was? Oder gar ein Wie?

Stille besser als Laute?
Fluss besser als Wüste?
Tag besser als Nacht?
Segen besser als Fluch?

Na, wer darauf Antwort weiß möge direkt gen Himmel fliegen – nur: Was soll sie da?

Vom Loben


Von manchen Dingen kann mensch nicht genug haben – gelobt zu werden ist wahrscheinlich so eine Zutat, die weltweit, unabhängig von Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Religion und Intelligenz einfach glücklich macht.

Dann mal los!
Das Rezept ist nämlich einfach nachzukochen:

Mensch nehme

  • ein menschliches Gegenüber,
  • betrachte es wohlwollend
  • suche nach Schönem, Gefälligen, Liebenswerten
  • und äußere sich dazu im Sinne von:
    Du hast aber eine schöne Jacke an!
    Wie toll Du mit diesem Sch..-Computer umgehen kannst!
    Du hast Stil! Das gefällt mir.
    Du bist echt freundlich zu mir!
    ES macht Spaß mit Dir zu arbeiten!
    Tolle Arbeit – vielen Dank!

Der letzte Satz mischt Lob mit Dank – eine ganz besonders angenehme und manchmal nicht ganz einfach zu bekommende Zutat.
In diesem Sinne: Vielen Dank, dass Sie bis hierhin gelesen haben!

Angeregt, diesen WochenTipp zu schreiben, wurde ich übrigens durch ein Posting bei Facebook zu diesem Thema:
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/43029/Lob-des-Lobs
Gut gemacht und inspirierend!

diese farben


herzlicht
verflirrend blass,
unverschämt und grell und grau.

auch ton geworden;
augenton

statt wort ein seelenfühl und tanzgetüm
und jubeln. viel.

so viel stark,
so viel schön
fast hielt ich’s nicht aus,
das bunt.

20150222_104150

Zahlen statt Worte


Männer und Frauen Zahlen

Anzahl der Tage 2010, für die Männer ein Hochdruckpräparat verschrieben bekamen: 85

Anzahl der Tage 2010, für die Frauen ein Hochdruckpräparat verschrieben bekamen: 40

Anteil der Männer 2012, die wegen einer Suchterkrankung behandelt wurden in Prozent: 5

Anteil der Frauen 2012, die wegen einer Suchterkrankung behandelt wurden in Prozent: 2

Anteil der übergewichtigen Männer insgesamt 2012 in Prozent: 65

Anteil der übergewichtigen Frauen insgesamt 2012 in Prozent: 50

Anteil der Männer 2012, die ihre Arbeit als gesundheitsschädlich wahrnehmen in Prozent: 20

Anteil der Frauen 2012, die ihre Arbeit als gesundheitsschädlich wahrnehmen in Prozent: 14

Anteil der Männer 2012, die an Gesundheitskursen teilnehmen in Prozent: 20

Anteil der Männer 2012, die gern glücklich wären, in Prozent: 100

Anteil der Frauen 2012, die gern glücklich wären, in Prozent: 100

Quellen. Deutsches Ärzteblatt, Robert-Koch-Institut

Was bitte ist ein Fund-Gestückeltes?


Tja, als das Wort in die Tastatur rutschte, hatte ich wohl eine Mischung aus Fundstück und Gestückeltem im Kopf, wobei das Gefundene sowohl inwendig, also als Gedanken-Stück, oder  äußerlich, als tatsächlich Gehörtes, Gesehenes oder Gefundenes auftauchen kann.

Solche „Stücke“ begegnen mir manchmal im Sekundentakt, was meist lästig, manchmal interessant und ganz selten richtig spannend ist.

Diese Seite sammelt also zukünftig solches – mal sehen, was draus wird….

Frisch gebloggt ist durcheinander….


So ist das manchmal: Da fängt mensch an zu schreiben, bastelt freudig und scheinbar unbeobachtet zu Hause an Texten und Bildern – und vergisst, dass jede kleine Buchstabenvertauschaktion öffentlich ist, so sie denn Blog heißt und nicht privates Notizbuch….

Gerade geschehen beim Veröffentlichen des Blogs auf Facebook; kaum hatte ich den ersten Text geschrieben und geteilt, passierte genau das,w as passieren soll…er wurde gelesen.
Damit hatte ich nicht so richtig gerechnet – und flugsam ersten Tag des Jahres die erste Lektion im Bloggen-Virtualitäts-Gesehenwerdenwollen eingefahren.

Ab sofort wird gebloggt…


Seit Monaten schreibe ich einen Blog – allerdings leider nur virtuell, beim Gehen mit dem Hund, beim Zähneputzen, gern auch beim Unterwegssein von hier nach da.

Dauernd fallen mir Themen ein, ich kommentiere kühn, schwinge mich in Worttrapezen zur meistgelesenen Bloggerin überhaupt unter dem nicht vorhandenen Bloggerhimmel auf.

Tja, jetzt habe ich also einen Blog, versuche zu begreifen, wie ich denn hier überhaupt auch nur eine einzige geneigte LeserIn finden kann und muss feststellen, dass gerade so gar kein interessantes Thema auftaucht – vielleicht, weil ich sitze und nicht gehe, oder weil ich jetzt zwar virtuell aber dennoch irgendwie real geworden bin?

Wie auch immer – ich beginne am letzten Tag des Jahres einfach mal damit, eine ganz und gar moderne Schreiberin zu sein.