Verbunden


Wenn es so ist, dass wir immer und überall mit allem verbunden sind (was ich glaube) und wenn das bedeutet, sehr viel mehr mit zu empfinden, als wir das gemeinhin für üblich halten, wenn es also so ist, dass wir uns miteinander freuen und auch leiden, dann ist eines klar:

Es wird schwer bis unmöglich, das eigene kleine Glück ins Paradies zu retten.

Dann leiden wir mit denen, die fliehen, die Angst haben, die in den Trümmern eines Erdbebens nach ihren Lieben suchen. Wir leiden mit Hühnern in den Legebatterien und mit den Bienen, die verschwinden. Zum Beispiel.

Und wenn das so ist, finde ich es beinahe normal, dass wir ausbrennen und immer verrückter und ängstlicher und verwirrter werden (ausgerechnet ein Präsident muss als bestes Beispiel dafür dienen, was passiert, wenn wir uns abschneiden) – denn so viel Leid ist schwer zu ertragen. Vor allem, wenn es Menschgemachtes ist.

Aber, nicht zu vergessen, auch Freude, Mitgefühl und Herzgewahr sind unterwegs. Auch überall. Und immer. Ein Glück. Und auch für alle, verbunden eben.

Aus dem Alltag fallen Worte in die Tasse


Manchmal auch daneben. Unter den Tisch. Viel zu oft.

Der Blog soll da nicht landen, also unter dem Tisch, gar mit Füßen getreten. Deshalb hier an dieser Stelle ein Lebenszeichen: Die Worte sind noch da. Die Frau auch.

Also mal ein Gedicht-Ähnliches:

Denke ich
also ich, nur ich,
ich wäre für irgendetwas wichtig,
also richtig richtig wichtig,
wird alles schwer und viel.
Lasse ich das,
fürchte ich
Nicht mehr so schwer und viel und
wichtig zu sein.

Wäre ich das nicht,
könnte endlich Platz für
leicht und wenig und normal sein.

Das wäre keine Option, meist,
wohl aber eine Chance.

Noch besser: Leichtes Leben.

Gedichte


Gedichte

fallen

aus Wolken,
steigen aus Nebeln,
blitzen von Gewitterhimmeln.

Nur manchmal

flattern sie auch auf Vogelschwingen
leise leicht
aufs Blatt.

Das ist selten.
Oder
das sind aber sehr seltene Vögel.
Die leichten.

 

Salto paradoxale (für Verzagte)


Geliebt werden ?
Gib dich hin.

Gesehen werden?
Trete zurück.

Zur Ruhe kommen?
Akzeptiere Lärm.

Glück?
Sei nicht wählerisch.

Erfolg?
Tu, was du willst.

Vertrauen?
Gehe in die Dunkelheit.

Satt sein?
Faste.

Reichtum?
Verschenke deine Kostbarkeiten.

Bewegung?
Beobachte Vögel.

Bedeutsamkeit?
Gieße Blumen.

Handeln?
Räume deinen Schreibtisch auf.

Nicht zweifeln?
Vergiss es.

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Blattserie

Morgen-Schrieb


Wortgestrüpp. Gedankenfetzen.

Balken von Worten liegen kreuz und quer im Kopf herum. Beim Aufwachen mühsames Sortieren.

Wie kommen Gedanken in den Kopf und wo entstehen Worte für das Blatt?

Ohne Zwischenstopp, als würden sie direkt vom Himmel, Baum und Dach direkt in meine Feder fallen (die keine ist. Natürlich.) Schreibüberlegungen? Eher: Gescheibgespuck.

Und dann ein Blick nach draußen: Die Welt ist heute blankgeputzt, nachdem der Sturm sie nächtens durcheinanderblies. Die Zweige liegen ganz erschöpft im Gras. Welteinerlei.

Welt weg. Sturm auch.
Blatt am Boden aus Papier. Hundemaul.

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Still sein?


FundstückeStill sein, oder werden?

Inne-halten? Innen etwas halten.
Wer hält was?
Jedenfalls jede Menge Worte, innen wie außen,
drängeln, drohen, schleichen.

Außen?
Ist das ein Wer? Oder mehr ein  Was? Oder gar ein Wie?

Stille besser als Laute?
Fluss besser als Wüste?
Tag besser als Nacht?
Segen besser als Fluch?

Na, wer darauf Antwort weiß möge direkt gen Himmel fliegen – nur: Was soll sie da?

Vom Loben


Von manchen Dingen kann mensch nicht genug haben – gelobt zu werden ist wahrscheinlich so eine Zutat, die weltweit, unabhängig von Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Religion und Intelligenz einfach glücklich macht.

Dann mal los!
Das Rezept ist nämlich einfach nachzukochen:

Mensch nehme

  • ein menschliches Gegenüber,
  • betrachte es wohlwollend
  • suche nach Schönem, Gefälligen, Liebenswerten
  • und äußere sich dazu im Sinne von:
    Du hast aber eine schöne Jacke an!
    Wie toll Du mit diesem Sch..-Computer umgehen kannst!
    Du hast Stil! Das gefällt mir.
    Du bist echt freundlich zu mir!
    ES macht Spaß mit Dir zu arbeiten!
    Tolle Arbeit – vielen Dank!

Der letzte Satz mischt Lob mit Dank – eine ganz besonders angenehme und manchmal nicht ganz einfach zu bekommende Zutat.
In diesem Sinne: Vielen Dank, dass Sie bis hierhin gelesen haben!

Angeregt, diesen WochenTipp zu schreiben, wurde ich übrigens durch ein Posting bei Facebook zu diesem Thema:
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/43029/Lob-des-Lobs
Gut gemacht und inspirierend!

diese farben


herzlicht
verflirrend blass,
unverschämt und grell und grau.

auch ton geworden;
augenton

statt wort ein seelenfühl und tanzgetüm
und jubeln. viel.

so viel stark,
so viel schön
fast hielt ich’s nicht aus,
das bunt.

20150222_104150

Facebook ist eine Zecke…oder?


Tatsächlich scheint es so zu sein, dass es uns allen irgendwie ziemlich egal ist, wie wir ausgespäht, benutzt und letztlich verkauft werden. Statt einer Welle von Kündigungen plätschert der Datenstrom munter weiter, weil wir uns alle so sehr an die netten kleinen Arbeitsunterbrechungen und Zwischendurchunterhaltungen gewöhnt haben.

Gleiches gilt für Whatsapp – obwohl es Anbieter wie Threema gibt, die ausdrücklich darauf verweisen, dass sie keine Daten sammeln…sind nur wenige bereit, die € 2,- für die App zu zahlen – weil, ja weil ja Whatsapp und Facebook und Google und Instagram UMSONST sind…und so gut gemacht und so einfach und so schön und vor allem: So weit verbreitet!

Nur umsonst sind sie natürlich nicht – womit sonst würden sie ihre Milliarden scheffeln wenn nicht mit unseren, leicht um die Ecke abgeschleppten Daten.

Manchmal frage ich mich, was ich sagen werde, wenn mich in 10 Jahren, im Zustand kompletter Datentransparenz für Wirtschafts- und Politzwecke, jemand fragt, warum ich mich denn nicht gewehrt habe…wir hätten doch sehen müssen, was da passiert….

Zahlen statt Worte


Männer und Frauen Zahlen

Anzahl der Tage 2010, für die Männer ein Hochdruckpräparat verschrieben bekamen: 85

Anzahl der Tage 2010, für die Frauen ein Hochdruckpräparat verschrieben bekamen: 40

Anteil der Männer 2012, die wegen einer Suchterkrankung behandelt wurden in Prozent: 5

Anteil der Frauen 2012, die wegen einer Suchterkrankung behandelt wurden in Prozent: 2

Anteil der übergewichtigen Männer insgesamt 2012 in Prozent: 65

Anteil der übergewichtigen Frauen insgesamt 2012 in Prozent: 50

Anteil der Männer 2012, die ihre Arbeit als gesundheitsschädlich wahrnehmen in Prozent: 20

Anteil der Frauen 2012, die ihre Arbeit als gesundheitsschädlich wahrnehmen in Prozent: 14

Anteil der Männer 2012, die an Gesundheitskursen teilnehmen in Prozent: 20

Anteil der Männer 2012, die gern glücklich wären, in Prozent: 100

Anteil der Frauen 2012, die gern glücklich wären, in Prozent: 100

Quellen. Deutsches Ärzteblatt, Robert-Koch-Institut